Wissenschaft
Wissenschaft
Die wissenschaftliche Arbeit von Ralf Evers ist von dem Bemühen getragen, Angewandte Theologie mit sozialwissenschaftlichen, bildungstheoretischen und sozialphilosophischen Zugängen ins Gespräch zu bringen.
Im Zentrum stehen Fragen der Diakonik, Generationenbeziehungen, Sozialpädagogik und Sozialphilosophie sowie einer Ästhetik helfenden Handelns, die Subjektwerdung und professionelle Praxis gleichermaßen in den Blick nimmt.
Theologische Hermeneutik wird mit empirischen Perspektiven verschränkt, um gesellschaftliche Transformationsprozesse und biografische Verläufe als Bildungsprozesse zu verstehen.
Wissenschaftliche Schwerpunkte
Diakonik Generationenbeziehungen Religionspädagogik
Unter Angewandter Theologie versteht Ralf Evers eine Theologie, die sich in den Spannungsfeldern konkreter Praxis bewährt: in Diakonie, Sozialer Arbeit, Bildungsarbeit und kirchlicher wie nicht-kirchlicher Gemeinwesenarbeit. Innerhalb der Praktischen Theologie widmet er sich insbesondere theologischen Zugängen zu Generationenbeziehungen, Alter und Kindheit sowie der Frage, wie religiöse Deutung und biografische Erfahrung in Bildungs- und Transformationsprozessen fruchtbar werden. Theologische Hermeneutik trifft hier auf empirische Forschung und sozialwissenschaftliche Analysen, um die Bedingungen und Möglichkeiten von Bildung im Lebenslauf neu zu bestimmen.
Die Monografie „Alter – Bildung – Religion. Eine subjekt- und bildungstheoretische Untersuchung" entfaltet einen Bildungsbegriff, der Menschen aller Lebensalter und Begabungen umfasst, ohne die Verschiedenheit ihrer Lebenssituationen und -chancen zu verdecken. Ausgangspunkt ist die Frage, wie sich religiöse Deutung, biografische Erfahrung und gesellschaftliche Lage in Bildungsprozessen älterer Menschen kreuzen. Subjekt- und bildungstheoretische Einsichten werden exemplarisch am Handlungsfeld der Bildungsarbeit mit alten Menschen vertieft und mit praktisch-theologischen Perspektiven auf Diakonie, Gerontagogik und Generationenbeziehungen verbunden.
Publikationen werden geladen...
Sozialphilosophie/Ethik Bildung Solidarität/Sozialisation
Im Feld der Sozialpädagogik arbeitet Ralf Evers sozialphilosophisch, bildungstheoretisch und sozialisationstheoretisch. Unter Rückgriff auf den Neukantianismus, insbesondere Paul Natorp, und die Phänomenologie Emmanuel Lévinas werden Fragen von Gemeinschaft, Solidarität, Generationengerechtigkeit und Sozialisation unter Bedingungen gesellschaftlicher Pluralisierung bearbeitet. Historische und systematische Zugänge werden mit aktuellen Debatten zu einer kritischen Sozialen Pädagogik verschränkt, die Religion, Bildung, soziale Gerechtigkeit und politische Verantwortung zusammendenkt.
Das Buch „Religion und soziale Pädagogik. Der Beitrag Paul Natorps zur Begründung einer kritischen Sozialpädagogik" rekonstruiert Natorps Denken im Horizont sozialpädagogischer Theorie und Praxis. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie Natorps Verständnis von Gemeinschaft, Bildung und Solidarität Impulse für eine Sozialpädagogik liefert, die Religion nicht als peripheres Phänomen, sondern als Ressource gemeinschaftlicher Orientierung und Kritik begreift. Auf dieser Grundlage wird eine Sozialpädagogik profiliert, die individuelle Subjektwerdung, soziale Teilhabe und institutionelle Verantwortung aufeinander bezieht.
Publikationen werden geladen...
Theorie helfenden Handelns Narrativität Professionalität
In seinen Arbeiten zur Ästhetik des Helfens entwickelt Ralf Evers eine ästhetische Theorie helfenden und sozialpädagogischen Handelns, in der Formen ästhetischer Erfahrung – Erzählen, Wahrnehmen, Inszenieren – für Bildungs- und Professionalisierungsprozesse in sozialen und diakonischen Berufen erschlossen werden. Helfendes Handeln erscheint als Raum der Subjektwerdung, in dem Menschen sich selbst und andere in ästhetischen Gestalten von Sprache, Körperlichkeit und Beziehung verstehen und verändern. Damit wird Ästhetik nicht als Zusatz, sondern als konstitutive Dimension professionellen Handelns im Sozial- und Bildungswesen bestimmt.
Die Monografie „Erzählen und Werden. Subjektwerdung in einer ästhetischen Theorie helfenden Handelns" untersucht narrative Formen in helfenden Kontexten als Wege der Selbst- und Weltdeutung. Erzählen wird als ästhetische Praxis beschrieben, in der sich Subjekte im Dialog mit anderen, mit Institutionen und mit gesellschaftlichen Zumutungen entfalten. Die Studie zeigt, wie erzählerische Prozesse in Theologie, Sozialpädagogik und Sozialer Arbeit professionelle Haltung, Reflexivität und ethische Orientierung prägen und wie sie für Bildungsprozesse in helfenden Berufen produktiv gemacht werden können.
Publikationen werden geladen...
Eine vollständige Übersicht aller Publikationen und wissenschaftlichen Arbeiten finden Sie auf der Seite Publikationen.
Ich freue mich für Kooperationen und Anfragen und übernehme gerne Gastvorträge udn die Begkleitung von Projekten.